Bootsbaupläne für den Hobby-Bootsbau So können Sie bei uns bestellen

FAQs (Häufig gestellte Fragen)


Wie hoch sind die Materialkosten?

Mit welchem Sperrholz kann ich das Boot bauen?

Wie funktioniert die "Stitch & Glue"-Bauweise?

Gibt es Papierschablonen im Original-Maßstab (1:1)?

Wie übertrage ich die Maße aus dem Bauplan auf die Sperrholzplatten?

Was bedeutet Straken?


Wie hoch sind die Materialkosten?
Grundsätzlich kann jedes Boot in einem "Low-Budget-Bereich“ oder in einer Edelversion gebaut werden und schon die regionalen Qualitäts- und Preisunterschiede lassen bei den vielfältigen Möglichkeiten der Materialwahl eine genaue Aussage bezüglich der zu erwartenden Materialkosten nicht zu. Das bedeutet, dass jeder Hobby-Bootsbauer die genauen Materialkosten selbst bei sich vor Ort zusammen tragen 
muss, oder für eine Grob-Einschätzung den 
Hilfebutton"Hilfe-Button" unserer Website nutzt. Der Bootsbaumeister wird Ihnen gerne auf Grundlage eigener Erfahrungswerte und Rückmeldung anderer Hobby-Bootsbauer eine "grobe Hausnummer" bei den Materialkosten für Ihr Wunschboot nennen können.

Mit welchem Sperrholz kann ich das Boot bauen?
Es gibt Sperrhölzer für unterschiedliche Anwendungsbereiche in den unterschiedlichsten Dicken, Qualitäten und Ausführungen und es bleibt jedem Bootsbauer natürlich freigestellt, auf welche Qualität er zurückgreift.
Optimal ist natürlich das mit Epoxidharz verleimte Bootsbausperrholz, aber wer auf sein Budget achten muss, der kommt auch sehr gut mit preiswerterem Industrie-Sperrholz klar.
Wichtig ist, dass wenigstens Sperrholz mit der Typenbezeichnung "AW100", "BFU100" oder "WBP-verleimt" verwendet wird.
In Europa ist größtenteils unbekannt, dass gerade das preiswerteste "Kistensperrholz" epoxidharz- und damit
absolut seewasserfest verleimt ist. Seinen Ursprung hat dieses Holz in der Verpackungsmittelindustrie, weil daraus Kisten für Überseetransporte hergestellt werden, in denen Maschinenteile und ganze Fahrzeuge transportsicher
verpackt werden.
In Ländern wie z.B. Südamerika, den USA und Kanada ist es absolut üblich, genau dieses einfache Kistensperrholz nicht nur zum Schutz der Fenster und Türen bei einem drohenden Hurrikan oder Tornado zu verwenden, sondern
damit seit Jahrzehnten auch mehrgeschossige Häuser, Boote, Yachten und Wohnwagen zu bauen.
Auch bei hochwertigem "Bootsbausperrholz" ist grundsätzlich nicht das Holz, sondern lediglich – ebenso wie bei dem Billig-Sperrholz – nur ganz alleine die Leimfuge wasserfest (als Leimfuge versteht man die hauchdünne Schicht der Verleimung zwischen den einzelnen Holzschichten).
Wenn also Sperrholz 
egal, ob teuer oder preiswert  nicht durch Öle oder Lacke vor Feuchtigkeit und andere Umwelteinflüsse geschützt und gepflegt wird, bleibt bei jedem Sperrholz nach der Verwitterung lediglich eine hauchdünne Leimfläche aus Epoxidharz übrig.

Wie funktioniert die "Stitch & Glue"-Bauweise?
Bei der "Stitch & Glue"-Bauweise werden die ausgesägten Rumpfplanken mit Hilfe von Kabelbindern oder Draht zusammen gezogen ("vernäht") und anschließend mit eingelegten Gewebestreifen und Epoxidharz verklebt und abgedichtet. Eine genaue Anleitung ist in den Bauplänen enthalten.

Stitch & Glue Bauweise
Verbinden der vorgebohrten Rumpfteile mit Kabel-
bindern oder Draht
Stitch & Glue Bauweise
Um einen formschlüssigen Verbund zu erhalten,
wurden
die Rumpfteile winkelhalbierend angeschrägt
Stitch & Glue Bauweise
Verleimt und in Form gespreizt 
Stitch & Glue Bauweise
Nach dem Abbinden der Verleimungen werden die
Kabelbinder wieder entfernt 

Gibt es Papierschablonen im Original-Maßstab (1:1)?
Je nach Papierart kann der Papierverzug - zum Beispiel durch Luftfeuchtigkeit 
in der Laufrichtung ca. 2% und in der Dehnrichtung ca. 8% betragen. Das bedeutet, dass sich bei einem Boot mit 10 Metern Länge das Papier um 20 cm  und bei einer 100 cm hohen Bordwand um 8 cm verändern kann. Für den Bootsbau ist das unhaltbar, da damit nicht nur sicherheitsrelevante Merkmale, wie zum Beispiel die Höhe der Bordwand verändert, sondern auch die (maß-) angefertigten Einbauten nicht passen werden. Umwelteinflüsse können also  alleine durch den Papierverzug  die Darstellungen auf den Papierschablonen komplett unbrauchbar machen und darum verzichten wir auf diese Art der Darstellung im Hobby-Bootsbau.
Für das Übertragen aller Maße vom Bauplan auf das Plattenmaterial sollte der Hobby-Bootsbauer bei einem 5 Meter langen Freizeitboot ungefähr 1 bis 2 Stunden einplanen, zumal zwei identische Bauteile 
wie zum Beispiel die Steuerbord- und Backbord-Seitenplanke  in der Regel nur einmal angezeichnet, aber gleichzeitig ausgesägt werden können. Die eingesetzte Zeit für das Übertragen der Maße auf das Plattenmaterial ist also absolut zu vernachlässigen und rechtfertigt damit noch nicht einmal den Bau einer einfachen Schablone.
Gerade im Hobby-Bootsbaubereich sollte der Zeitfaktor ohnehin eine untergeordnete Rolle spielen.

Ausnahmen gibt es bei uns nur im gewerblichen Bereich. Als kostenpflichtige Dienstleistung bieten wir gewerblich tätigen Herstellern und unseren gewerblichen Lizenznehmern natürlich nicht nur Pattern aus einem hochwertigen und absolut verzugsfreien Material an, sondern auch ganze Schablonensätze für die zeitgemäße Serienfertigung von Wasserfahrzeugen oder auch gleich die CNC-Dateien für die industrielle Fertigung.

Wie übertrage ich die Maße aus dem Bauplan auf die Sperrholzplatten?
Die Maße aller Bauteile müssen nicht nach irgendwelchen Maßstäben umgerechnet oder von ungenauen Rastern übertragen werden. Die Zeichnungen des Bauplans werden 
wie im professionellen Bootsbau auch  mit Hilfe einer vorgegebenen Referenzlinie und den genauen Maßangaben direkt auf das Plattenmaterial übertragen.
Danach werden im gerade verlaufenden Bereich die einzelnen Punkte mit einem Bleistiftstrich verbunden.
In dem Bereich der Krümmungen werden die einzelnen Punkte mit Hilfe einer flexiblen Leiste (Strakleiste) verbunden (gestrakt) und auch hier mit einem Bleistift der Sägeschnitt markiert.
Anschließend werden identische Bauteile 
wie zum Beispiel die rechte* und linke** Seitenplanke  übereinander gelegt und zeitsparend in einem Arbeitsgang ausgesägt.
Für das Übertragen aller Maße vom Bauplan auf das Plattenmaterial sollte der Hobby-Bootsbauer bei einem 5 Meter langen Freizeitboot ungefähr 1 bis 2 Stunden einplanen.

Maße auf das Plattenmaterial übertragen
Übertragen der Maße vom Bauplan auf das Plattenmaterial
am Beispiel einer beliebigen Rumpfplanke (siehe rechts)



Steuerbord
** 
Backbord
Maße auf das Plattenmaterial übertragen

Was bedeutet Straken?
"Straken" bedeutet bei Krümmungen das Verbinden der Meßpunkte zu einer harmonisch verlaufenden Kurvenlinie mit Hilfe einer flexiblen Holzleiste.
Nach dem Übertragen der Maße von dem Bauplan auf das Plattenmaterial werden im Krümmungsbereich Nägel in die markierten Punkte eingeschlagen, um daran die Strakleiste anlegen zu können. Bei den gerade verlaufenden Linien werden die markierten Punkte ganz einfach mit Hilfe einer Zeichenschiene verbunden.
Eine ideale Strakleiste besteht aus astfreiem Eschen- oder Eichenholz und hat wenigstens die Länge der zu strakenden Krümmung und einen Querschnitt von ca. 12 x 6 mm.

Straken
Setzen der Nägel an den Meßpunken
Straken
Wenn keine helfenden Hände zur Verfügung stehen, wird die Strakleiste
an beiden Enden durch parallel gesetzte Nägel in Position gehalten
Straken
Deutlich sichtbar am vorderen Bildrand sind die parallel gesetzten Nägel zum Halten der Strakleiste
Straken
Die gestrakte Bleistiftlinie

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